Ich war am Wochenende in Chapare, eine kleine ... na ja ok, es ist die größte Provinz von Cochabamba, und immer noch doppelt so groß wie Berlin. Aber auf jeden Fall gibt es da Dschungel, und jeden Meter, den man auf der Reise im Bus weiter nach unten kommt, wird die Hitze grauenhafter und die Feuchtigkeit ist noch schlimmer.
Erstmal haben wir ganz nach bolivianischer Manier 41/2 h gewartet bis wir losgefahren sind, und das obwohl uns von unseren persönlichen Beratern am Tag vorher extra gesagt wurde, dass wir auf jeden Fall pünktlich sein müssen, weil wenn wir nicht um Punkt 1430 Ortszeit da sind, fahren wir nicht mit. Im Endeffekt sind wir dann um 1845 losgefahren, weil die aus Tarija einfach nicht eingetrudelt sind.
Schlussendlich sind wir nach weiteren 4 Std Fahrt in Chapare angekommen. Die erste Aktion nach dem Bettenbelegen, war erst einmal Badehose anziehen und ab in den Pool springen, allerdings war der nicht sonderlich tief, deswegen sind einige der Belgier ziemlich tief auf Tauchtour gegangen und einer hat sich dabei die Nase herbe geplättet. ICH fands witzig!


Am nächsten Tag, Samstag, waren wir dann erst mal Regenwald gucken. Wärs nicht so feucht gewesen, hätte man es eigentlich ertragen können. Wars aber nicht, von daher wars zu feucht, und deswegen haben auch erst mal alle Jungs spontan ihr T-Shirt ausgezogen und sind nicht nacktem Oberkörper durch den Dschungel getigert. Ich kam mir dabei ein wenig wien Buschmensch vor, weil ich mir mein Shirt vorne in den Gürtel gehängt hatte was dann natürlich so aussah wie ein Lendenschurz, fehlte nur noch, dass ich an Lianen schwingend einen auf Tarzan gemacht hätte.
Außerdem gabs in dem "Saft"-Laden (Achtung, Wortwitz), so kleine Fliegen, die stachen.. aber dann hast du dein ganzes Bein voller Stiche und es juckt einfach nicht, das ist wirklich sehr seltsam.
Mein Bein sieht heute, 3 Tage nachdem wir wieder gekommen sind, ungefähr so aus. ----->>>
Am Abend waren wir dann noch in der Dorfdisco... schien ganz so, als ob ALLE, die vorher schon in der Disco waren, ihre Freunde angerufen haben, um zu sagen, dass hier Gringos (Weiße) rumrennen und richtig übel Party machen, weil die Belgier sind, wenn sie Alkohol haben, die reinsten Partymacher, was eigentlich, in diesen Momenten relativ witzig ist, aber auf Dauer extrem anstrengend, wenn jeder ständig gute Laune hat. Aber die anderen Deutschen wirken dagegen quasi langweilig.
Bestes Beispiel, dafür, wenn die Belgier Trago (Schnaps) haben, war die Orgie, die die Samstagnacht im Pool abgezogen haben, da wir beschlossen haben, dass es langsam zu gefährlich wird, noch weiter auf der Dorfdisco zu bleiben. Weil alle Dorfbewohner (die auch wirklich alle da waren) betrunken waren und wir uns darauf nicht unbedingt einlassen wollten.
Deswegen sind wir zurück gefahren, und einige deutsche Jungen haben angefangen zu Pokern, ich war mal wieder dabei. Hab auch erst mal spontan mit ner eiskalten 3 und ner 7 auf der Hand, wo im Endeffekt dann doch noch 4, 5 und 6 kamen verdammtes Glück gehabt und dem Chipleader mit diesem wunderschönen Straightflush den Großteil seiner Jeatôns geklaut. Der hatte mit seinem 5er und Königspärchen jetzt zwar auch nicht die schlechteste Hand aber nun ja.
Zur gleichen Zeit ging, 15m weiter, im Pool, die absolute Sex, Drugs & Rock'n'Roll party ab. Ok, Rock'n'Roll hat ein bisschen gefehlt und Drugs müssen wir auch bis auf Alkohol reduzieren, aber dafür gabs Sex ohne Ende. Zwei Belgier haben dabei ein Spiel gespielt. "Wer macht mit den meisten rum?".
Ich sag mal so, das Mädchen, lebt auch in Cocha, hat mit 8:6 klar gewonnen. Um die Wette zu gewinnen wurde aber auch keine Rücksicht auf sexuelle Orientationen genommen. Somit haben Mädchen mit Mädchen rumgemacht, Jungs mit Jungs und es hat keinen interessiert, hach was sind wir alle tolerant. :-)
Ne, an sich sahs wirklich wie in nem Film aus. Wir saßen in der anderen Ecke und haben uns das Schauspiel angeguckt. War eigentlich ganz witzig den Weg von den beiden zu Beobachten, irgendwann hab ichs dann aufgegeben, weil es einige wirklich wichtige Probleme gab, welche der Klärung bedurften. Wir haben es bisher immer noch nicht geschafft, diese Probleme zu klären, deswegen wird eine von den Mädchen aus Cochabamba, Nadja, 2 Monate früher nach Hause geschickt. Wenn ich euch diese Story jedoch jetzt erzählen würde, säße ich Weihnachten noch hier, weil die einfach viel zu groß ist, und extrem viele Personen darin verwickelt, von denen ihr einfach nichts gehört habt, und die ihr dafür kennen müsst um die Geschichte zu verstehen. Allerdings ist ein weiteres Problem, dass die gesamte Geschichte tierisch privat ist und mich auch persönlich stark betrifft, deswegen:
Wenn ich wieder da bin, oder ne MENGE Zeit habe, vielleicht. ;-)
Am Sonntag gings dann weiter in den nächsten Park, wo gefundene Tiere aufgepäppelt werden und so. Dieser Park ist berühmt für seine Affen. Die haben sogar kleine Kapuzineraffen.
Uns wurde am Anfang gesagt, wenn wir es schaffen einen zu fangen, können wir den mitnehmen. Na ja ich gebs ehrlich zu, die Biester sind einfach zu schnell für mich.
Dann ist irgendwer auf die grandiose Idee gekommen, hoch zu einer Aussichtsplattform zu laufen. Wenn ich "hoch" sage, dann mein ich das auch... allerdings gabs in Chapare im Gegensatz zu Cocha so extrem viel Sauerstoff, dass du einfach mal den Kilometer da hoch rennst, bzw, mehr kletterst, weil wenn du wirklich Spaß dabei hast, dann gehst du nicht die Stufen, sondern da lang wo Platz ist. So habe ich im Endeffekt, dann auch noch die eingeholt, die 10min vor mir losgegangen sind.
Allerdings war der Ausblick über Chapare mit dem Fluss und Allem wirklich der Hammer. Das Problem ist einfach nur, dass ich euch leider kein Foto zeigen kann. Da wir für die Benutzung von Kamera bezahlen mussten, und da ich ja bekanntlicherweise momentan aus dem absolut allerletzten Loch pfeife, hab ich mir die 2€ gespart.
Danach sind einige Wenige noch zu einem kleinen Wasserfall aufgebrochen... war ne spannende Tour würde ich mal behaupten. Durch den Wald über Wurzeln, Stock und Stein, an nem 50m tiefen Abgrund vorbei und no sé que más.
Aber das Wasser war leider warm, von daher nicht so wirklich erfrischend. Was aber vom Feuchtigkeitsgrad meines Körpers allerdings auch nicht mehr so wirklich den Braten fett gemacht habe, da wir mal wieder son kleines Wettrennen gemacht haben, wer kommt als erster an. Naja ich hab halt gewonnen, allerdings auch nur, wegen meines Konditionsvorsprungs gegen die aus Santa Cruz, dass 2200m tiefer liegt als Cocha. Auf jeden Fall war mein Körper auch schon bevor ich im Wasser war ungefähr so nass wie danach.. Ich hab wirklich im Wortsinn getropft vor Schweiß. Es war wirklich ekelig, als die anderen dann gekommen sind und auch nicht besser aussahen hab ich mich aber ein bisschen besser gefühlt.
Wegen der Story von Nadja vom letzten Abend durften wir jedoch nicht mehr in das Restaurant gehen, wo wir am Tag zuvor zu Mittag und Abend gegessen haben. Einfach mal ganz dreist an komplett AFS Hausverbot ausgeteilt. Das Essen wurde uns dann in Styroporschachteln mit auf den Weg nach Cocha gegeben. Wir konnten die 3 Male wählen zwischen Fleisch, Hähnchen und Fisch. Jedes Essen sah absolut gleich aus bis auf die Tatsache, dass es halt entweder Fleisch, Fisch oder Huhn war. Mit einer Kochbanane (auf die ich irgendwie extrem stehe), einer Kelle voll Reis und einem bisschen Yuka, was eigentlich Palme ist, frittiert aber schmeckt wie bessere Pommes.
Bevor wir losfahren konnten, weil wir einfach unser Essen noch nicht hatten, hab ich mal nen bisschen Stress gemacht, damit wir rechtzeitig in Cocha für meine Opernaufführung ankämen.
Im Endeffekt haben wir das dann doch noch geschafft. Die Oper war auch ein voller Erfolg, nur gibts davon, warum auch immer, auch keine Fotos. Was ich relativ Schade fand, da ich euch das gerne präsentiert hätte. Mein Primo hats einfach vergessen meinte er als Entschuldigung... Ich hatte das arge Bedürfnis ihn zu schlagen.

Am Dienstag gabs dann hier auch nen mittleren Weltuntergang... also ICH hätte behauptet, dass gleich alles absäuft, aber meine Gastmutter meinte zu mir, dass das, was da gerade runterkommt, nicht mehr als ein schlechter Scherz wäre. Das Ganze sah dann direkt am Fenster meines Zimmers ungefähr so aus, also ich freu mich ja auf die Regenzeit.
Nun ja... DAS war mein Wochenende... Ich hoffe ihr habt euch nicht allzu sehr gelangweilt.

Fotos von Chapare gibts auch bald, aber die muss ich erst noch verkleinern, betiteln und hochladen, deswegen könnt ihr so gegen morgen Abend (Ortszeit) damit rechnen. ;)
Und wie gesagt, Kommentare sind erwünscht...^^