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Urkupiña

aaFreitag, den 14.8.09, war hier in Cochabamba Urkupiña. So nennt sich hier ein alljährliches Karnevalsähnliches Fest, was aber über zwei Tage geht. Also der ganze Spaß läuft von Freitag um 10.00 Uhr bis Samstag um 16.00.
Also wenn ich sage, KarnevalsÄHNLICH, dann sage ich das als Laie. Mir wurde von den AFS-Betreuern, mit denen wir da waren, nämlich gesagt, dass Urkupiña gegen Karneval ein verdammt schlechter Scherz sei. Na ja, aber ich schätze mal, dass Paola (meine persönliche Betreuerin) irgendwie nicht den Rosenmontagszug in Köln meinte... Weil, der soll gegen Urkupiña ein verdammt schlechter Scherz sein.
Auf jeden Fall, wie ihr wahrscheinlich schon in dem Fotoalbum gesehen habt, geht es da richtig zur Sache, alle auf den Tribünen tanzen und klatschen. Und den Jungs in den Kostümen unten auf der Straße läuft die Suppe aus allen Poren. Am Freitag waren hier in der Sonne gefühlte 35°C und die springen in ihren Kiloschweren Aufmachungen 2 Tage am Stück durch die Welt. Zwischendurch gibt es immer mal wieder ne kleine Pause, und das einzige was die zu Trinken bekommen ist Bier. Oder zumindest das, was hier als Bier verkauft wird.Diese Plörre bietet gekühlt nämlich ungefähr das  Geschmackserlebnis von warmem Kölsch. Und die Tänzer kriegen erstens sone Suppe vorgesetzt und 2. NUR Bier, sprich, die kippen am Abend ratzenstramm in die Kiste, wenn die damit fertig sind.
Die Kostüme sahen aber wirklch klasse aus. Und Spaß gemacht hat es auch, nur wird es einfach viel zu lang, wir waren 4 Stunden dort, und haben angefangen uns zu langweilen, weil es einfach immer das Gleiche ist.

Was Urkupiña bedeutet, habe ich heute in der Spanischstunde gelernt. Das ist nämlich nicht Spanisch, sondern Quechua und hat ne ganze Geschichte:
Es gab irgendwann mal ein kleines Mädchen, das hatte Schafe. Diese Schafe mussten immer auf den nächsten Hügel um zu weiden. Sie tat das jeden Tag und brachte die Schafe dann abends wieder heim. Eines Tages tref sie auf dem Hügel eine Frau, wunderschön, lange, schwarze Haare, groß, etc. pp. und diese Frau hatte ein Baby (was das mit der Geschichte zu tun hat, hab ich nicht verstanden). Auf jeden Fall wunderte sich das kleine Mädchen darüber, denn auf diesem Hügel lebte eigentlich niemand. Die beiden trieben die Schafe zusammen auf den Hügel und brachten sie auch abends wieder zusammen in den Stall. Am nächsten Morgen ging das Mädchen wieder in den Stall und wollte die Schafe heraustreiben. Die schöne Frau war aber weg. Dann hat sie eine Frau gefragt, wo die Frau ist,  die meinte dann zu ihr: "Urku piña." Was auf Spanisch soviel heißt wie "Cerro ya está" was wiederum auf Deutsch ungefähr heißt " Sie ist schon auf dem Hügel" und deswegen wird Urkupiña gefeiert.
Der Sinn der Geschichte hat sich euch wahrscheinlich nicht unbedingt eröffnet, mir aber, wie man sieht, auch nicht... von daher ist das nicht so schlimm. ;-) Ist auf jeden Fall ein witziges Fest. 
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